Eine Uhr für Wegenstedt

In Wegenstedt läuft eine Uhr.
Gegen die Zeit?
Ein Dorf am Randes des Naturschutzgebietes Drömling im Bördekreis macht sich Gedanken ...


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Nitratbelastung im Grundwasser zu hoch! Ackerland oder Entsorgungsgrundstück?

Mit großen Tankschiffen kommt die Gülle zu uns und wird dann auf die Äcker unserer Region gebracht. Nachhaltige Bewirtschaftung der Gewässer ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge - Bestandteil des Umweltschutzes für das Leben auf der Erde und damit im Zusammenhang von Völkerrecht - Europäisches Recht - Bundesrecht - Landesrecht - Gemeinderecht zu sehen!

Bei einer Vergleichsmessung haben Manfred Franke und Thomas Langer festgestellt, dass die Nitratbelastung welche im oberflächennahen Grundwasser an den Ackerflächen (Bild oben) jetzt schon um mehr als das doppelte höher ist, als die übliche Nitratbelastung um Dorst.

Das werden wir so nicht hinnehmen! Wissen die Eigentümer um die Nutzung ihres Grund und Bodens?

Helmut Kohl verspricht in Erfurt "blühende Landschaften", und nun ist es eine Tatsache, dass sich immer mehr internationale Agrarindustrieelle in unserer Heimat einnisten. Sie handeln nach dem Prinzip der Heuschrecke - abgrasen, verwüsten, Fördergelder kassieren, abhauen!

Jede fünfte Messstelle in Sachsen-Anhalt weist überhöhte Nitrat-Werte aus. (Quelle Gewässerkundlicher Landesdienst beim LHW http://www.lhw.sachsen-anhalt.de/gewaesserkundlicher-landesdienst/ und Volksstimme 2013)

Die Lebensqualität der Bürger interessiert hier einen feuchten Dreck. Der in der Trinkwasserverordnung 2001 festgelegte Grenzwert für Nitrat ist 50 mg/l. Unser Uthmöden (Bördekreis) hat die höchste Nitratbelastung mit 367mg/l Wenn ich mir eine Ampel vorstelle sind 50 mg/l gelb; 50-100mg/l orange und über 100mg/ rot.

Der Ablauf in einem Klärwerk darf 18 mg/l Gesamtstickstoff nicht überschreiten!!! Von den 520 Grundwassermessstellen in Sachsen- Anhalt hat jede Fünfte in den vergangenen Jahren überhöhte Nitratwerte verzeichnet. Das teilte Jeanette Tandel, Sprecherin im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, mit. Auffällige Werte, bei denen deutlich mehr als 50 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser gemessen werden, kommen demnach im ganzen Land vor. Häufungen gibt es allerdings im Landkreis Börde. Die problematischen Werte kommen vor allem dadurch zustande, weil Landwirte ihre Felder intensiv düngen. Tandel erklärt hierzu: "Gut die Hälfte der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Düngung, unter anderem auch mit Gülle, ist hierbei für den Stoffeintrag ins Grundwasser von Bedeutung."

Das Bundesumweltamt hat aber vom Bund erst kürzlich eine Verschärfung der Düngeverordnung gefordert, weil bundesweit ein Viertel des Grundwassers überhöhte Nitratwerte aufweist.

Petra Kasimir vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) erläutert, dass auch die stärkere Verwertung von Gärrückständen immer häufiger Gewässer gefährden.

Stickstoff und Nitrate
Wenn Pflanze und Boden Stickstoff nicht mehr aufnehmen können, liegt eine Stickstoffsättigung vor. Er gibt den Stickstoff dann als Nitrat ins Grundwasser ab.

Gesetz zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz - WHG)

§ 1a Grundsatz

(1) Die Gewässer sind als Bestandteil des Naturhaushalts und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu sichern. Sie sind so zu bewirtschaften, dass sie dem Wohl der Allgemeinheit und im Einklang mit ihm auch dem Nutzen Einzelner dienen, vermeidbare Beeinträchtigungen ihrer ökologischen Funktionen und der direkt von ihnen abhängenden Landökosysteme und Feuchtgebiete im Hinblick auf deren Wasserhaushalt unterbleiben und damit insgesamt eine nachhaltige Entwicklung gewährleistet wird. Dabei sind insbesondere mögliche Verlagerungen von nachteiligen Auswirkungen von einem Schutzgut auf ein anderes zu berücksichtigen; ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt, unter Berücksichtigung der Erfordernisse des Klimaschutzes, ist zu gewährleisten.

(2) Jedermann ist verpflichtet, bei Maßnahmen, mit denen Einwirkungen auf ein Gewässer verbunden sein können, die nach den Umständen erforderliche Sorgfalt anzuwenden, um eine Verunreinigung des Wassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaften zu verhüten, um eine mit Rücksicht auf den Wasserhaushalt gebotene sparsame Verwendung des Wassers zu erzielen, um die Leistungsfähigkeit des Wasserhaushalts zu erhalten und um eine Vergrößerung und Beschleunigung des Wasserabflusses zu vermeiden.

(3) Durch Landesrecht wird bestimmt, dass der Wasserbedarf der öffentlichen Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Wasservorkommen zu decken ist, soweit überwiegende Gründe des Wohls der Allgemeinheit nicht entgegenstehen.

Weiterführende Links:

  • Trinkwasser gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung (http://wegenstedt.de/news/02news.php?id=1381774321)
  • Aus den Küstenregionen in die Börde (http://www.zeit.de/2013/42/guelle-agrarwirtschaft)
  • Unsere Regierung verarscht uns doch nur noch! (http://www.youtube.com/watch?v=-rq2D4tnU7I)
  • Greenpeace Gülle Skandal (http://www.greenpeace-magazin.de/magazin/3-14/trinkwasser-problemfall-nitrat-der-guelle-skandal/)

Das Geld, das öffentliche Stellen verwalten und investieren, kommt von den Bürgern.

Wir sind weit entfernt von einer Kultur der Offenheit.

Ein Mindestmaß an Transparenz ist die Voraussetzung für Vertrauen und Demokratie!

Informationen, die in öffentlichen Stellen vorhanden sind, gehören der Allgemeinheit, nicht einer Behörde. Sie sollten deshalb auch öffentlich zugänglich sein.

Informationsfreiheit kann dazu beitragen, eine Verschwendung von Steuergeldern einzudämmen. Ziel ist es, amtliche Informationen für alle Bürger kostenlos (im Internet) zugänglich zu machen. Dazu gehören etwa Gutachten, Beschlüsse und Verträge. (die die Daseinsvorsorge betreffen) Zu wissen, über was man abstimmt, ist Voraussetzung dafür, eine fundierte Entscheidung zu treffen. Deshalb muss jeder Bürger das Recht haben, bei einer Behörde Informationen anzufordern und sich zu geplanten Beschlüssen einbringen und äußern zu können. Die Bürger stehen häufig vor vollendeten Tatsachen. In den Ausschuss- und Ratssitzungen gibt es kaum eine Möglichkeit, dass Bürger sich richtig einbringen können. Die Krönung ist, das auch wir Ratsmitglieder nicht alles erfahren um die Bürger über alles zu informieren, was unsere Gemeinde und somit auch sie betrifft! Das Geld, das öffentliche Stellen verwalten und investieren, kommt von den Bürgern. Deshalb müssen öffentliche Stellen offenlegen, wie sie mit öffentlichen Geldern verantwortungsvoll umgehen. Das fördert die Effektivität und schützt vor Verschwendung.

In einem demokratischen Rechtsstaat wie Deutschland geht die Staatsgewalt allein vom Volke aus (Artikel 20, Grundgesetz). Die Transparenz staatlichen Handelns und das Recht der Bürger auf Information und Akteneinsicht sind die Grundpfeiler einer freiheitlichen Demokratie. Nur, wenn jeder Bürger sein Recht auf Information ausüben kann - und zwar ohne, dass er dafür bestimmte Bedingungen erfüllen muss - können die Menschen ihr Recht auf Kontrolle der Politik und Verwaltung voll ausüben.